Die drei Weisen aus dem Morgenland

Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: “Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.”

So steht es im Matthäus-Evangelium (Mt 2, 1 – 2.) Die Anzahl der Weisen spricht Matthäus nicht, und er nennt sie auch nicht Könige. Irgendwann zwischen dem Verfassen des Evangeliums und unserer Zeit hat sich aber die Vorstellung herausgebildet, bei den “Weisen aus dem Morgenland” handele es sich um drei Könige namens Caspar, Melchior und Balthasar. Balthasar wird zusätzlich mit dunkler Haut dargestellt.

Die Zahl 3 erklärt sich noch relativ leicht, schließlich haben die Weisen dem kleinen Jesus als Geschenke Gold, Weihrauch und Myrrhe mitgebracht – drei Geschenke, drei Schenker. Jedenfalls werden die Weisen aus dem Morgenland heute als heilige drei Könige angesehen, daher heißt der 6. Januar (Epiphanias, “Offenbarung”) auch Dreikönigstag. Die Reliquien der Heiligen drei Könige sollen übrigens im Kölner Dom liegen.

Ein sehr beliebter Brauch um diesen Tag ist das Sternsingen. Dabei ziehen drei Kinder als Heilige Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus durch die Gemeinde. Sie singen für die Hausbewohner und schreiben mit geweihter Kreide C+M+B und die Jahreszahl an die Türbalken der Haustür bzw. der Wohnungstür. Diese Segensbitte gibt es in verschiedenen Versionen, sehr verbreitet ist die Schreibweise 20*C+M+B+11. Dabei soll der Stern für den Stern von Bethlehem stehen und die drei Kreuze für die Dreifaltigkeit. Umfasst wird diese Formel von der Jahreszahl, in unserem Beispiel 2011.

Die Buchstaben C, M und B werden manchmal als Initialen der Heiligen Drei Könige interpretiert, sind aber in Wirklichkeit die Abkürzung für die Segensbitte “christus mansionem benedicat”, “Christus segne dieses Haus”.

Die Sternsinger sammeln bei ihrem Zug durch die Gemeinde für wohltätige Zwecke, genauer gesagt für Kinderhilfsaktionen.

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