Geschenkebringer Christkind

Der Weihnachtsmann scheint die bekannte Galionsfigur des Weihnachtsfests zu sein. Tatsächlich hat bei uns aber schon seit langem das Christkind die Geschenke gebracht, vor allem in den katholischen Gegenden in Deutschland, aber auch in Österreich und der Schweiz.
Besonders in Nürnberg ist natürlich das Christkind die Verkörperung von Weihnachten schlechthin, und darf deswegen jedes Jahr den weltberühmten Christkindlesmarkt eröffnen. Für die Rolle wird alle zwei Jahre eine junge Frau ausgesucht, die mit blonder Lockenperücke, weiß-goldenem Kleid und einer Krone von der Empore der Frauenkirche herab den Christkindlesmarkt eröffnet.

Vor allem für Kinder verkörpert das Christkind, ebenso wie der Weihnachtsmann, das Weihnachtsfest, und macht diese religiöse Feier für sie greifbar. Deshalb schreiben Kinder auch an das Christkind ihre Weihnachtsbriefe und schicken ihm ihre Wunschzettel.

Das Christkind ist sozusagen eine Erfindung Martin Luthers. Anstelle des Nikolaus ließ er den “Heiligen Christ” die Geschenke bringen. Von Luther stammt übrigens auch die Sitte, die Geschenke am 25. Dezember auszutauschen. Aus dem Heiligen Christ entwickelte sich über die Jahrhunderte hinweg die Figur des Christkindes, die sich an die Vorstellung des Jesuskindes anlehnt: Ein niedliches Kind mit blonden Locken und Flügeln.

Diese Vorstellung breitete sich über die evangelischen auch in die katholischen Regionen aus, die auch heute noch am Christkind als Geschenkebringer festhalten. Die Protestanten jedoch werden heute vom Weihnachtsmann beschert.

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